#FotoDerWoche: Besetztes Flora-Theater, 1988

#FotoDerWoche: Besetztes Flora-Theater, 1988

„Dora – komm in die Flora,
die so viele Reize hat.
Sie liegt am Schulterblatt,
ist ganz in deiner Näh’,

das schönste Varieté.“
(Flora-Marsch, Paul Lincke)

Die Flora hat eine bewegte Geschichte und um ihr Bestehen wurde viel gestritten. Als besetztes Haus ist sie Ausgangspunkt politischer Intervention und wichtiger Ort der linken Bewegung Hamburgs. Erst war das Gebäude ein „Gesellschafts- und Concerthaus“ (1889), dann wurde es als Kino (1953-64) und  als Warenhaus „1000 Töpfe“(1964-87) genutzt, schließlich wollte Produzent Friedrich Kurz ein Musical-Theater in dem Gebäude realisieren.

Trotz der Proteste kam es zum Teilabriss. Die Investoren gaben schließlich auf und es wurde die Neue Flora an anderer Stelle gebaut. Als Stadtteilkulturzentrum hatte die Flora seitdem immer wieder mit vertraglichen Streitigkeiten über die Gebäudenutzung zu kämpfen. Der Verkauf des Gebäudes durch die Stadt Hamburg an den Immobilienunternehmer Kretschmer führte zu erneuten Schwierigkeiten. Im Dezember 2013 eskalierten die Proteste, es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten und im Januar 2014 wurden mehrere Stadtteile von der Hamburger Polizei als sog. „Gefahrengebiete“ erklärt. Seit Ende 2014 ist das Zentrum wieder im Eigentum der Stadt.

Foto: Besetztes Floratheater, Autor nicht ermittelbar. Mitte 1988, Schenkung, St. Pauli-Archiv, Stadtteilgeschichten.net: http://stadtteilgeschichten.net/handle/2339/1382, Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0