efoto-hamburg auf der DH Conference 2014 in Lausanne

efoto-hamburg auf der DH Conference 2014 in Lausanne

Es ist die größte und wichtigste Konferenz der Digital Humanities Community - die jährliche internationale DH Conference - und in diesem Jahr wird auch efoto als Praxisprojekt im Rahmen eines Workshops vertreten sein. Gemeinsam mit den Kollegen Stuart Dunn und Valeria Vitale vom King's College in London gehen wir der Frage nach, wie die Bereitstellung multipler Inhalte zur digitalen Demokratisierung beitragen kann. Einen ganzen Tag lang werden wir am 7.7.2014 in Lausanne Projekte vorstellen und kennenlernen, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen. Am Ende werden wir die diskutierten Ansätze zu einer Strategie des Umgangs mit Multiplizität kultureller digitaler Inhalte ausarbeiten.

Das Fokusthema der diesjährigen DH Konferenz in Lausanne in der Schweiz lautet "Digital Cultural Empowerment" - also etwa digitale kulturelle Ermächtigung - und scheint wie passend zum efoto-Hamburg Projekt entworfen worden zu sein. Denn auch bei efoto-hamburg geht es darum, die digitale Demokratisierung zu fördern, indem Inhalte in ihrer Mehrdeutigkeit dargestellt und ergänzt werden können.

Multiplizität kann im Rahmen der Repräsentation kulturellen Erbes auf vielfache Weise vertreten sein; durch verschiedene Zeitebenen, verschieden klassifizierte Objekte, unterschiedliche Realitätsebenen oder unterschiedliche Sichtweisen, die von Faktoren wie Kontext, Interesse oder Wissen abhängig sind. Nicht selten bedeutet die Beschäftigung mit kulturellem Erbe auch, sich mit Dingen zu beschäftigen, die physisch nicht mehr vorhanden sind und darum nur noch in Aufzeichnungen und Erinnerungen existieren.

Digitale Demokratisierung kultureller Prozesse bedeutet für uns Kultur auf mehreren Ebenen zugänglich zu machen. Rohdaten wie Bilder, literarische Texte, Filme oder Musik stehen neben  Interpretationen, Mashups, Kommentaren und Diskussionen. Die digitale Umgebung sollte so gestaltet werden, dass Nutzer sie ebenso passiv erkunden wie das dargestellte Datenmaterial aktiv für eigene Darstellungen verwenden können.

Efoto steht als eines von zwei Beispielprojekten für diesen Ansatz. Bereits die Entwicklung der Projektidee in der Kulturbehörde der Stadt Hamburg setzte bei der Zusammenführung unterschiedlicher kultureller Daten zu einem multiplen Gesamtkonvolut an. Die Stadt Hamburg wir aus dieser Perspektive zu einem kaleidoskopartigen Konstrukt von Einzelansichten, die durch die Fotografien repräsentiert sind. Der Nutzer wird in einen konstruktivistischen Prozess verwickelt, in dem er, sei es durch passive Erkundung der Daten oder durch aktives Hinzufügen eigener Bilder und Annotationen, Teil eines gestalterischen Prozesses des städtischen Kulturraumes wird.

Das zweite Projekt, das als Kickoff für die Projektpräsentationen vorgestellt wird, beschäftigt sich mit der Darstellung archäologischen Erbes am Beispiel des Isis Tempels in Pompeii. In diesem Projekt wird Multiplizität genutzt, um zwei zentrale Problematiken aufzuzeigen.

Nach der Präsentation dieser beiden Beispielprojekte sind die Workshopteilnehmer dazu aufgefordert, eigene Ansätze, Experimente oder Erkenntnisse zum Thema vorzustellen. Anschließend werden die einzelnen Aspekte und Thematiken anhand eines Leitfragenkataloges diskutiert und zusammengeführt. Ziel des Workshops ist es, Ansätze einer Handlungsstrategie für die Darstellung von Multiplizität in digitalen Cultural Heritage Projekten festzuhalten und für alle Teilnehmer aufzubereiten. Außerdem freuen wir uns über regen Austausch mit Projekten, die sich ähnlichen Herausforderungen stellen wie wir mit efoto-Hamburg.