"Was haben wir, das andere nicht haben" - Ergebnisse der efoto-Hamburg Beiratssitzung am 23.1.2014

"Was haben wir, das andere nicht haben" - Ergebnisse der efoto-Hamburg Beiratssitzung am 23.1.2014

Panoramio, Twitter, Instagram, Flickr, Facebook - die Möglichkeit, Bilder über digitale Plattformen zu teilen, sind heute zahlreich. Was kann ein Projekt wie efoto-Hamburg da noch hinzufügen? Diese Frage war der Ausgangspunkt der ersten Sitzung des wissenschaftlichen Beirats des Konzeptionsprojektes efoto-Hamburg. Aus acht verschiedenen Blickrichtungen - der linguistischen, der sozialwissenschaftlichen, der kulturanthropologischen, der medienwissenschaftlichen, der archäologischen, der filmwissenschaftlichen, der narratologischen und der kunsthistorischen - haben wir am Nachmittag des 23. Januar 2014 versucht, dieser Frage nachzugehen. Am Ende stand fest, dass wir ein Pilotthema brauchen, um all unsere Ideen erproben zu können; und dass efoto-Hamburg eine Plattform werden wird, die Spaß macht.

Was efoto-Hamburg hat - und sonst keiner

Das größte Alleinstellungsmerkmal von efoto ist ebenso offensichtlich wie spektakulär. efoto vereint den archivarischen Charakter mit sozialer Interaktion. Keine andere Plattform bietet bisher diesen Service an. Natürlich kann man seine eigenen Bilder archivieren, aber alles was in den "Timelines" und "Dashboards" so betrachtet wird, zerrint geradezu in den Händen. Die Bilder der sozialen Netzwerke sind nicht suchbar, haben keine informativen Metadaten oder intelligente Verlinkungen zu anderen Bildern gleichen Themas.

Lenkt man den Blick von sozialen Plattformen weg und zu Suchmaschinen hin, so stellt man fest, dass die Situation sich hier etwas anders darstellt. Bilder sind zwar suchbar, aber die Verknüpfung ist bisher noch nicht sonderlich fokussiert. efoto könnte in diesem Sinne einen Beitrag zur "anti-Googleisierung" leisten. Daten werden hier nicht mehr beliebig oder unter dem Primat der Aktualität angezeigt, sondern systematisch verknüpft.  

Die efoto-User

Die Frage, die einen bei der Entwicklung eines Projektes wie efoto wohl am meisten beschäftigt, ist, wer die Nutzer der Plattform sein werden. Was treibt sie um? Welche Interessen haben sie? Und vor allem: Was können wir ihnen bieten? Aus der Akquise, die zur Gründung des Beirats geführt hat, wissen wir, dass die einfachste Antwort auf all diese Fragen ist: Menschen wie wir. Wissenschaftler aus vielen Disziplinen, Kulturinteressierte, Geschichtsfans und alle, die Bilder und Geschichten lieben. Aber natürlich wollen wir efoto nicht nur so konzipieren, dass es in erster Linie uns selbst anspricht.

In ähnlichen Projekten hat sich gezeigt, dass die tatsächlichen Nutzer meist ältere Menschen mit viel Lebenserfahrung sind. Menschen, die Wissen über die Zeiten mitbringen, die auf den Fotos abgebildet sind. Darüber hinaus werden viele Nutzer für uns unsichtbar bleiben. Sie möchten Informationen finden und ihr neu gewonnenes und mitgebrachtes Wissen organisieren, aber sich nicht unbedingt an sozialer Interaktion beteiligen. Doch egal welcher User zu uns kommt, fest steht, dass efoto nicht nur informativ sein und viele Informationen bereithalten, sondern auch einfach Spaß machen und zum Verweilen einladen soll.

Ein Pilotthema muss her

Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Zahlenwerte, mit denen wir jonglieren, wenn wir versuchen, einen Überblick über das in den Partnerinstitutionen liegende Archivmaterial zu bekommen - gelinde gesagt - abstrakt. Ebenso die Antwort auf die Frage, was denn so abgebildet sei (Alles). Die schiere Masse der Fotografien macht es geradezu unmöglich, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie diese verwendet werden könnten. Immer, wenn sich allerdings eines unserer Beiratsmitglieder ein Beispielthema zur Hilfe aus der Luft gegriffen hat, fingen plötzlich bei uns allen die Ideen zu sprudeln an. So kam es, wie es kommen musste, wir fanden Gefallen an dem Gedanken, uns ein Pilotthema zu suchen. Anhand dieses konkreten Beispiels können wir dann konkrete Features entwickeln und erproben, die dann auf andere Themen übertragen werden können. 

Wünsche und Träume 

Dieser letzte Punkt auf unserer Tagesordnung hat eindeutig am meisten Begeisterung hervorrufen können und hier waren die frisch ernannten Beiratsmitglieder kaum zu bremsen. Besonders schön war für uns die Erkenntnis, dass die als am wichtigsten empfundenen Features auch in unserer Vorarbeit bereits einen großen Stellenwert hatten. Dazu gehörte z.B. die Notwendigkeit, einen engen Bezug zwischen der Lebenswelt 'da draußen' und der virtuellen Umgebung der Plattform zu schaffen. Auch die Verwendung von Augmented Reality wurde allgemein befürwortet. Wie bei vielen Diskussionpunkten zuvor, wurde auch bezüglich der Wünsche und Träume immer wieder betont, dass das bereitgestellte Material auf efoto eine vielfältige Gliederung erfahren sollte. Diese kann mehreren Paratmetern folgen (nach Region, nach Thematik, nach Medium etc.) und sollte für eine sehr enge Verknüpfung sorgen. Nur so können Nutzer schnell an die Informationen kommen, die für sie relevant sind. 

So hatten wir am Ende dieses kurzen und intensiven Brainstormings viele wertvolle Einsichten hinzugewonnen und viele unserer eigenen Ideen bestätigt bekommen. Eines der wichtigsten Ergebnisse dieser ersten Beiratssitzung aber war, dass efoto-hamburg nicht nur uns, sondern auch euch einfach Spaß bringen wird!