Projektpartner stellen sich vor: Das Polizeimuseum Hamburg hat eröffnet!

Projektpartner stellen sich vor: Das Polizeimuseum Hamburg hat eröffnet!

Dass Hamburg ein heißes Pflaster ist, wissen wir alle. Doch - Hand auf's Herz - hast du gewusst, dass drei der berühmt-berüchtigten "Hitler-Tagebücher" im Hamburger Polizeiarchiv schlummern? Wir alle wissen um den bekanntesten Gast der Kiez-Kneipe 'goldener Handschuh', doch dass seine Opfer identifiziert werden mussten, indem Polizisten mit Fotos ihrer Kleider ganz St. Pauli abklapperten, war mir neu. Natürlich ist die Rolle der Polizei im zweiten Weltkrieg ein sensibles Thema, doch wie gehen eigentlich Polizeibeamte heute damit um? Solche und viele andere Fragen zur Polizeiarbeit beantwortet seit dem 28. Februar 2014 das Poilizeimuseum in Hamburg. Da das Polizeimuseum für efoto-Hamburg ein Partner der ersten Stunde ist, durfte ich schon vor einigen Wochen einen Blick in die Ausstellungräume werfen. Obwohl für uns natürlich auch hier Bilder im Fokus stehen, die digital präsentiert werden können, muss ich ehrlich anerkennen, dass viele der Objekte im Polizeimuseum erst dann ihren Reiz entwickeln, wenn man sie im Original sieht.  

Die Kriminalpolizei gibt Einblick

Die besondere Atmosphäre des Polizeimuseums beginnt bereits an der Pförtnerloge. Das für die Öffentlichkeit normalerweise unzugängliche Gelände der Kriminalpolizei darf erst nach Personenprüfung betreten werden. Auch der Rundgang im Museum beginnt mit einem fast schon heimlich erscheinenden Blick in einen Garderobenraum der Polizeibeamten. Hat man eine Führung gebucht, so wird man hier von einem ehemaligen Polizisten in Empfang genommen, der ganz persönlichen Einblick in die tägliche Transformation vom Privatmensch zum Vertreter von Recht und Ordnung gibt. Weiter geht es von hier aus durch 200 Jahre Polizeigeschichte. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der kritischen Betrachtung der Rolle der Hamburger Polizei im Nationalsozialismus und insbesonders im 2. Weltkrieg.

Anfassen, was sonst verschlossen war

Doch das Polizeimuseum geht noch einen Schritt weiter. Besucher dürfen in den großzügigen Räumen des alten Kasernengebäudes nicht nur sehen, was Polizeiarbeit in den letzten 200 Jahren ausgemacht hat und bis heute bedeutet, die meisten der Ausstellungsstücke dürfen auch angefasst und erfahren werden. Gäste dürfen sich sowohl an den Schreibtisch eines Polizisten aus den 1970er Jahren setzen - ja, wer von uns vermisst die Wählscheibe am Telefon eigentlich nicht? - als auch in eine originalgetreu nachgebauten Zelle aus derselben Zeit. Für Menschen mit Platzangst ist dies allerdings nicht die angenehmste Erfahrung. 

Die 8 bekanntesten Fälle der Hamburger Kriminalgeschichte

Doch das eigentliche Highlight der Ausstellung befindet sich auf dem Dachboden. Hier sind 8 der bekanntesten Verbrechen der zeitgenössischen Hamburger Kriminalgeschichte ausgestellt. Und auch hier gilt: Anfassen, Ausprobieren, Ermitteln. Techniken der Tatort- und Spurensicherung können erkundet und Phantombilder erstellt oder Akten durchgewälzt werden. Von den Fällen, die hier ausgestellt sind, hat jeder Hamburger schon einmal gehört. Der Kaufhauserpresser Dagobert, die Fälschung von Hitlers Tagebüchern, der St. Pauli-Killer und Hamburgs bekanntester und unheimlichster Serienmörder Fritz Honka stehen im Mittelpunkt der Installation.

Der Blick auf die eigene Ermittlungsarbeit bleibt dabei durchaus selbstkritisch, wenn z.B. ein Video des 'finalen Rettungsschusses' auf den Bankräuber vom 18. April 1974 gezeigt wird. Wer allerdings nach buchstäblichen Blutspuren sucht, wird nicht fündig werden. Alle Exponate, Bild-, Film-, und Tonaufnahmen sind mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der Kollegen, Täter und Opfer ausgewählt worden. Trotzdem lässt einem das ein oder andere Exponat die Nackenhaare hochstehen. Wenn man plötzlich vor Honkas Säge, der Waffe, mit der Werner Pinzner in der 80er Jahren einen Staatsanwalt, seine Frau und sich selbst erschoss oder der Kugel steht, die beinahe einen Polizisten getötet hätte, kann einem schon ein bisschen anders werden. So gilt für die gesamte Ausstellung eine ehrliche und doch spektakuläre Darstellungsweise - spektakulär aber eben nicht reißerisch.

Das Polizeimuseum ist ab 28. Februar 2014

Di., Mi., Do. und Sa. von 11 - 17 Uhr geöffnet

Eintrittspreise liegen bei 8€, ermäßigt 6€, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben kostenfreien Zutritt.

Anschrift:

Polizeimuseum Hamburg

Carl-Cohn-Straße 39

22297 Hamburg

Telefon: 040 – 4286 680 80

Kontakt: polizeimuseum@polizei.hamburg.de

mehr unter www.polizeimuseum.hamburg.de